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    Vordenken – wie geht das eigentlich?

    14. Januar 2020

14. Januar 2020

Vordenken – wie geht das eigentlich?

Der Jahreswechsel liegt hinter uns und vor uns liegen jede Menge Möglichkeiten, das noch frische Jahr mit Schönem, Nützlichem und Notwendigem zu füllen und zu erleben. Doch wie kann ein Mensch mehr Intensität, Tiefe und Sinn als bisher in sein Leben bringen und vor allen Dingen das erreichen, was er sich auch vorstellt? Mit dem Vordenken!

Aus meiner Beratungspraxis kenne ich unzählige Beispiele, dass sich Menschen etwas wünschen. Doch sie bleiben in diesen ersten Gedanken stecken. Unter diesen Gegebenheiten bleibt meistens alles wie immer, eine neue Entwicklung wird dem Zufall überlassen. Es bleibt bei einem Wunsch. Vage Gedanken und Möglichkeiten sollten meines Erachtens zu Ende gedacht werden. Erst dann kann ein Mensch entscheiden, ob sich eine Idee für ihn zu einer guten Möglichkeit entwickelt oder eben nicht. Vordenken bedeutet, dass dazu diese Idee in alle Richtungen durchdacht werden muss. Dazu ein praktisches Beispiel:

Vordenken bedeutet, alle Möglichkeiten zu durchdenken

Eine Frau überlegt, ob sie sich einen neuen Arbeitsplatz suchen soll. Was sie zu dieser Überlegung treibt, sind die Umstände und Verhältnisse an ihrem Arbeitsplatz. Die Argumente, die sie für einen möglichen Wechsel anführt, sind:

  1. lange Anfahrt zum Arbeitsplatz,
  2. als sehr gut ausgebildete Fachkraft kann sie am jetzigen Arbeitsplatz ihre Kompetenzen und Fachkenntnisse voll einbringen, aber im Moment sind keine neuen Herausforderungen in Sicht,
  3. die Zusammenarbeit mit dem Vorgesetzten ist gut, sie arbeiten schon Jahre zusammen. Auch das ist keine Herausforderung.

Indem sie mir ihre Argumente für einen Arbeitsplatzwechsel beschreibt, überwiegt in ihren Aussagen die Langeweile. Nun einmal angenommen, sie sucht sich einen neuen Arbeitsplatz. Wir durchdenken diese Möglichkeit. Dann wird garantiert alles anders, aber wirklich besser? Zu bedenken ist in diesem Fall:

  1. Als sehr gut ausgebildete Fachkraft findet sie nicht „an jeder Ecke“ einen neuen Arbeitsplatz. Das bedeutet wiederum, dass sie auch bei einem anderen Arbeitgeber mit längeren Wegen zum Arbeitsplatz rechnen muss.
  2. Sie kennt weder Kolleginnen und Kollegen noch Vorgesetzte sowie das Betriebsklima. Das kann natürlich gut, vielleicht auch besser sein als beim bisherigen Arbeitgeber. Es kann aber auch schlechter sein. Die Chancen stehen 50:50.
  3. In passenden Stellenangeboten, die sie bisher gefunden hat, wird eine Qualifikation gefragt, die sie – noch – nicht hat. Diese wiederum ist sehr speziell. Weiter vorausgedacht schränkt eine weitere Spezialisierung eine künftige Arbeitsplatzsuche weiter ein.

Auf einmal weitet sich der Blick

Bei dem Nachdenken über die Möglichkeiten „beim Arbeitgeber bleiben“ und „einen anderen Arbeitgeber suchen“ tauchen auf einmal neue Gedanken auf:

  1. Der bisherige Arbeitgeber will in ein bis zwei Jahren expandieren, damit eröffnen sich auch für sie neue Arbeitsbereiche.
  2. Da sie sich mit dem Arbeitgeber gut versteht, könnte sie ihm ein- oder zweimal pro Woche Homeoffice vorschlagen, was sowohl die Zusammenarbeit als auch den Arbeitsweg wieder attraktiver macht.
  3. Die Zusammenarbeit mit einer direkten Kollegin ist sehr gut und macht Spaß. Mit ihr lassen sich neue Projekte gemeinsam schmieden. 

Wie auch immer sie sich jetzt entscheidet, sie wird voll zu ihrer Entscheidung stehen. Sowohl die Überlegungen als auch erste konkrete Schritte – ein Gespräch mit dem Arbeitgeber – fließen in ihre Jahresplanung ein. Das Vordenken hat sie einen klaren Schritt weiter gebracht. Zu erwarten ist, dass sie den weiteren Weg – ob neue Stellensuche oder die weitere Zusammenarbeit beim bisherigen Arbeitgeber – zufrieden und bewusst geht.

Wo lässt sich das Vordenken anwenden?

Dieses Vordenken lässt sich auf wirklich alle Vorhaben anwenden. Der große Vorteil ist, dass man sich selbst nicht nur Klarheit über die einzelnen Möglichkeiten verschafft. Man kann sich im Laufe dieser Überlegungen immer wieder fragen, ob die möglichen Folgen im Moment gewünscht sind, auch wenn sie sich nie exakt voraussagen lassen. Werden die Konsequenzen negativ bewertet, kann die Idee ad acta gelegt werden. Der Kopf hat wieder freie Kapazitäten, sich anderem zuzuwenden. Werden sie als gut empfunden, geht es mit voller Kraft dorthin.

Bild von Pete Linforth auf Pixabay.com

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