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    Vom Gedanken zur Tat

    9. Juni 2020

9. Juni 2020

Vom Gedanken zur Tat

Du willst es, theoretisch kannst du es auch. Aber du tust es nicht. Die inneren Hindernisse – manche nennen dieses Phänomen Aufschieberitis oder „Schweinehund“ – sind einfach zu groß. Dabei sind es oft kleine Anliegen oder Vorhaben, die im Prinzip schnell zu erledigen sind oder einen Menschen persönlich bereichern, da sie erleichtern oder sogar Spaß machen. Doch der Schritt vom Gedanken zur Tat zu kommen findet nicht statt.

Jeder, der von diesem Phänomen betroffen ist, stemmt sich zwar gegen diese Aufschieberitis oder den Schweinehund. Aber das klappt mal mehr oder weniger gut. Diese inneren Kämpfe mit sich kosten Kraft! Und wenn Aufschieberitis oder der Schweinehund den Kampf gewinnen, ist dieser hart errungene Sieg selten in vollen Zügen zu genießen. Kaum gewonnen, klopft das schlechte Gewissen. Ein Dilemma!

Warum ein Mensch solch ein Verhalten beibehält, mag manches Mal tiefere Gründe haben als nur reine Lustlosigkeit. Nun lade ich dich ein zu einem Gedankenexperiment: was wäre, wenn du einmal tatsächlich ein kleines Vorhaben umsetzt und vom Gedanken zur Tat kommst?! Überlege was geschieht, wenn du Kleinigkeiten oder auch andere Vorhaben erledigst. Die erledigte Aufgabe vermittelt dann ein wunderbares Gefühl von Zufriedenheit bis Glück. Mir zeigen sich diese Gefühle zum Beispiel, wenn ich mich zum Sport aufraffen muss. In diesen Situationen denke ich ganz bewusst: „Mache dir klar, wie wunderbar du dich danach fühlst!“ Das Vorstellen des Gefühls dieser Zufriedenheit motiviert mich, mich zu überwinden.

Verhaltensweisen zu ändern, ist eine immens große Herausforderung. Wer im Hinterkopf Gedanken bewegt wie „eigentlich sollte ich jetzt dies oder jenes machen“ oder „jetzt fehlt mir nur noch eine Kleinigkeit, dass wäre dies Vorhaben abgeschlossen“, sie dann aber nicht abschließt, kommt in Gedanken immer wieder auf das eigentlich zu Erledigende zurück. Die Gedanken kreisen immer um das gleiche Thema. 

Augen zu und durch

Gemeint sind damit die großen und kleinen Aufgaben und Vorhaben des Tages. Da gibt es das „Muss“ und die Termine. Bei diesen gibt es kein Deuteln oder Hinterfragen. Da gilt einfach nur erledigen und abarbeiten, nicht nachdenken, Augen zu und durch. Ob mit guter Laune und gern oder mit schlechter Laune und innerem (und äußeren) Zwang. Der Schritt endlich von Gedanken zur Tat zu kommen, fällt leichter, wenn die Gedanken an das „Nachher“ ganz groß werden. Auch wenn zugegebenermaßen der erste Schritt nicht immer leicht ist, mache ich mir selbst meinen Sport schmackhaft, indem ich mir vorstelle, wie gut ich mich nachher fühle und dann entspannt und mit gutem Gewissen auf dem Sofa faulenze.

Auch reine Lustlosigkeit hat seine Existenzberechtigung. Wer zu irgendetwas absolut keine Lust hat, trotz allerbestem Willen und besten Absichten nicht ins Handeln kommt, sollte sich nicht zwingen. Kopf und Körper wollen eine Auszeit. Ich selbst habe in solchen Gemütszuständen immer wieder erlebt, dass – so ich mich zu einer Aufgabe zwinge – diese äußerst zäh von der Hand geht. Ich brauche ein Mehrfaches an Zeit zur Erledigung und von guter Laune ist auch keine Spur. Der beste Tipp in solchen Fällen, den ich mir selbst dann gebe, ist: liegenlassen und mit dem Vorhaben warten, bis ein besserer Zeitpunkt gekommen ist. Wie schaffst du es, dich zu motivieren?

Bild von Siggy Nowak auf Pixabay

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